Mit fragwürdigem Verhalten von Spielern geht jeder Verein und jeder Trainer unterschiedlich um. Der DfB war immer für eine sehr konsequente Linie bekannt, selbst wenn der Spieler der Mannschaft noch hätte weiterhelfen können und viele den Spieler gerne wieder im Nationaltrikot gesehen hätten. Man denke zum Beispiel an den Mittelfinger von Effenberg bei der WM in den USA. Auch wenn es nicht immer allen gefiel, diese klare Linie war auch angenehm, denn für jeden galten somit dieselben Regeln. Gerade für den Nationaltrainer Löw war die Außenwirkung und die Harmonie der Nationalmannschaft immer sehr wichtig.

Erinnern wir uns zurück:

2008, Qualifikationsspiel gegen Russland: Es gab es einen 20-Mann Kader. Der Stürmer Kevin Kuranyi wurde von Löw aber nicht in das 18-köpfige Aufgebot einberufen und musste so während des Spiels auf der Tribüne platz nehmen. Kuranyi selbst war frustriert aufgrund der Entscheidung und verließ in der zweiten Hälfte des Spiels unentschuldigt das Stadion. Löw kündigte kurz danach sofort an, dass er Kuranyi deshalb nicht noch einmal für die Nationalmannschaft nominieren würde. Diese Haltung änderte sich auch nach einer Aussprache und späteren Entschuldigung nicht, auch wenn es leistungstechnisch sicherlich Bedarf im Sturm gab und Kuranyi lange zu den besten Deutschen auf seiner Position gehörte. Dieser eine Eklat und die Tür zur Mannschaft blieb ihm für immer verschlossen.